Moussong-Theater

Vom ersten Moment an verstanden es Kerstin und Sven Tömösy-Moussong mit ihrem „Theater für Figuren", die Schüler und Schülerinnen in die mittelalterliche Welt des „Gestiefelten Kater(s)" zu entführen.

 

Die Mühle des betagten Müllers - Bühne für die beiden professionellen Puppenspieler - verwandelt sich im Laufe des Geschehens. Ohne Windräder und beidseits aufgeklappt öffnen sich dem Zuschauer feierlich die Portale zum Thronsaal des Königs oder man streift mit dem Kater durch die geheimnisvollen Gemächer des bösen Zauberers.

 

Nach dem Märchen von Charles Perrault und Motiven der Brüder Grimm entwickelt sich eine bilderreiche Handlung, sprachlich brillant in Szene gesetzt.

 

Andersch ist ziemlich verzweifelt, als ihm nach dem Tod des Vaters nur der alte Kater bleibt. Der beginnt nach und nach die Unbeholfenheit des Burschen mit seiner Lebenserfahrung zu ergänzen. Parallel dazu startet der König mehrere Versuche, seine Tochter zu verheiraten. Doch an jedem Bewerber hat die Prinzessin etwas auszusetzen. „Lieber gehe ich im Burggraben Frösche küssen, als so jemanden zu heiraten!", schleudert sie ihrem Vater wutentbrannt entgegen. Und das tut sie dann auch. Etwas missmutig zwar, aber wild entschlossen.

 

Was hat der „Froschkönig" beim „Gestiefelten Kater" zu suchen? Die Schüler und Schülerinnen sind sofort hellhörig und warten voller Neugier darauf, wie sich dieser „Knoten" wohl auflösen wird. Ganz einfach, der gestiefelte Kater kommt mit seinem Sack voller Rebhühnern vorbei und fragt die verlegene Prinzessin nach dem Weg zum Schloss.

 

An diesem Punkt treffen die Welt des armen Müllersohnes Andersch und die der anspruchsvollen Prinzessin erstmals aufeinander. Der Kater wiederum fungiert als Mittler zwischen diesen so gegensätzlichen Welten. Mit katzenhafter Gelassenheit entdeckt er als Tier in der Welt menschlicher Schwächen und Eitelkeiten Schlupflöcher, durch die ein Müllerbursche alleine wohl kaum seinen Weg gefunden hätte.

 

Wie sehr der gestiefelte Kater Schicksal spielt, erfahren die Zuschauer in einem eindringlich gestalteten Schattenspiel, das im Schloss des bösen Nachbarn stattfindet. Sogar der mächtige Zauberer wird überlistet und landet als Maus im Bauch des schlauen Katers.

 

Der Weg für Andersch in eine bessere Zukunft ist damit geebnet und alsbald findet die Hochzeit mit der Prinzessin statt. Als Lohn für seine treuen Dienste wird der gestiefelte Kater erster Minister im Königreich.

 

Wie sehr die Schüler und Schülerinnen nicht nur die temporeiche Darstellung des Märchens, sondern auch die Technik der verschiedenen Figuren - Stabpuppen, offen geführte Puppen, filigrane Gliederpuppen oder Schattenfiguren - fasziniert hat, wird in den anschließenden Fragen an Sven und Kerstin deutlich. Geduldig erklären die beiden die ausgeklügelte Technik und versprechen am Ende, im nächsten Jahr mit ihrem „Theater für Figuren" wieder zu kommen.

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